THW und ONPC

Dresden. Mit der Ankunft von 13 hauptamtlichen Zivilschützern aus Tunesien am Flughafen Dresden startete der dritte Lehrgang des ONPC (Tunesischer Zivilschutz) beim deutschen Technischen Hilfswerk (THW).

Gegen 18:25 Uhr (06.04.2013) landeten die tunesischen Einsatzkräften auf dem Flughafen in Dresden. Mit einem Bus des THW ging es anschließend ins Hotel. Dort erfolgte die offizielle Begrüßung durch den ständigen Vertreter des Landesbeauftragten des THW Sachsen, Thüringen, Dr. Marcus von Salisch und der Projektleiterin aus der THW-Leitung, Petra Roith. Hier trafen auch die Teams der beiden durchführenden Ortsverbände Dippoldiswalde und Dresden zum ersten mal auf ihre Gäste. Die Delegation aus Tunesien kam unter der Leitung von Lt.Colonel Abdelazzi Hermassi. 

Am Sonntag um 8:30 Uhr begann die Ausbildung beim THW in Dresden. Nach der Vorstellung des Ortsverbandes durch den Ortsbeauftragten Walter Henschel folgte ein Vortrag des Lt.Colonel Abdelaziz Hermassi für die anwesenden THW-Kräfte über den tunesischen Zivilschutz. Die anschließende Ausbildung beschäftigte sich mit Themen wie: 

  • Aufbau des THW
  • Sicherheits- und Arbeitsschutz
  • Gefahrstoffe und Gefahrgüter. 

Noch bis zum 14. April.2013 halten sich die tunesischen Zivilschützer in Deutschland auf. Bei den beiden durchführenden Ortsverbänden Dresden und Dippoldiswalde werden sie verschiedenes zur Ausbildung ehrenamtlicher Einsatzkräfte erlernen. Gesprochen wird hierbei hauptsächlich französisch. Übersetzt wird dabei durch ehrenamtliche THW-Kräfte und eine hauptamtliche THW-Mitarbeiterin. 

Mit dem Arabischen Frühling hat Tunesien begonnen, seinen bisher rein hauptamtlich besetzten Zivil- und Katastrophenschutz mit ehrenamtlichen Helfern zu verstärken. Im Rahmen dieses Projektes wird in drei Städten des arabischen Landes jeweils ein Stützpunkt mit freiwilligen Einsatzkräften aufgebaut. Dies geschieht mit internationaler Unterstützung aus verschiedenen Staaten. Beim deutschen THW lernen die erfahrenen Tunesischen Einsatzkräfte wie man ehrenamtliche Helfer ausbildet und betreut. Dies geschieht mit theoretischen aber vor allem auch praktischen Übungen. 

Das THW pflegt seit Jahren gute Beziehungen zum Tunesischen Katastrophenschutz. Alles begann 1970 durch den Bau von Straßen-Behelfsbrücken nach Regenfluten begann. Es folgten weitere Einsätze, wie 1988 nach Überschwemmungen und zuletzt im März 2011. Hier suchten zehntausende Menschen nach Unruhen in Libyen Zuflucht im benachbarten Tunesien. Mit Fachleuten für Logistik unterstützte das THW die Hilfsmaßnahmen der Vereinten Nationen. Neben der Ausbildung unterstützt das THW den Tunesischen Katastrophenschutz mit Fahrzeugen und Geräten. Die ersten 18 THW-Fahrzeuge wurden im Dezember 2012 offiziell in Tunis übergeben. 

Das Engagement der Bundesanstalt THW ist Bestandteil der sog. Transformationspartnerschaften der Bundesregierung. Diese Partnerschaften dienen der Stärkung der Demokratie und Zivilgesellschaft nach dem Arabischen Frühling. Als Teilbereich des deutschen Projektvorhabens wurde das THW Mitte August 2012 damit beauftragt, Tunesien bei der Etablierung von ehrenamtlichen Strukturen in tunesischen Zivilschutz zu unterstützen. Das THW-Projekt, das noch bis Jahresende geplant ist, wird vom Auswärtigen Amt mit rund 1,25 Millionen Euro finanziert. 

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