Mehrtagesausflug Jugendgruppe

Vor einiger Zeit gab es die Vorstellungen die Jugendgruppe des Ortsverbandes Dresden auf naturwissenschaftliche Zusammenhänge vorzubereiten.

Dazu wurde bisher unter anderem die  Lichtgeschwindigkeit mit einem Stück Schokolade bestimmt, dieses  Experiment gelang aufgrund eines defekten Oszillators innerhalb der  Mikrowelle nur unter schwarzbraunen Rauchschwaden mit einer  abenteuerlichen Auslegung der Grundkenntnisse der  Ingenieurwissenschaften.

Auf jeden Fall war die Neugierde der Junghelfer geweckt, so dass ein Termin zur Besichtigung des Radioteleskops in Effelsberg (Gemeinde Bad Münstereifel) vereinbart werden konnte. Da auch dieses Besuchsobjekt unter den Blickpunkt einer nahezu weltweiten Regulierung fällt, die daraus besteht dass Museen Montags geschlossen haben, waren wir auf  eine Woche, bei der der Montag ein gesetzlicher Feiertag ist, und die  zudem innerhalb der Schulferien liegt, angewiesen. Die Wahl fiel auf  den Dienstag nach Ostern. Die ungefähr 715 km lange Fahrt wurde hin  und wieder durch lautstarkes Protestgemurmel auf den hinteren Bänken untermalt, wenn beim Hinweis auf die Großvermarkter des schlechten Geschmacks entlang der Autobahnen kein Haltevorgang eingeleitet wurde.

Am späten Nachmittag wurden wir vom Jugendbetreuer des Ortsverbandes Schleiden von der Autobahn zum dortigen Ortsverband geleitet, und dort vom Ortsbeauftragten, seiner Frau und dem Zugführer herzlich  willkommen geheißen. Die Übernachtung erfolgte in, ursprünglich vom  DRK gestifteten, Doppelstockbetten, wobei jeder der Junghelfer das  Bestreben hatte das obere Bett zu nutzen, und nach dem Bezug plötzlich  die bange Frage stellte, ob man daraus auch heraus fallen könnte.

Am nächsten Morgen ging es mit einem Teil der Jugendgruppe der Ortsverbände Schleiden und Dresden zum Radioteleskop, welches sich in einem Einschnitt der Aar, genau an der Landesgrenze zwischen Nordhrein-Westfalen und Rheinland-Pfalz befindet. Das voll schwenkbare Teleskop hat dabei einen Spiegeldurchmesser von 100m, und ist dabei  das zweitgrößte seiner Art weltweit, nur ein Teleskop in Amerika ist  größer (dort ist alles größer...). Während eines einstündigen Vortrages  wurden die Entfernungen des Raumes, unter Berücksichtigung von Rot-  und Blauverschiebungen des interstellaren Raumes präsentiert, die  Frage nach unseren möglichen Nachbarn in anderen Systemen konnte  allerdings nicht beantwortet werden.

Während des Vortrages wurden auch die Dimensionen des Raumes und die Signalstärke der empfangenen Signale deutlich, so dass zum Beispiel  das Signal eines vergessenen Mobiltelefons auf der Mondoberfläche mit  1W Strahlungsleistung mit dieser Antenne empfangbar ist. Im weiteren  Verlauf wurde auch das neuartige Antennensystem (LOFAR) besichtigt,  welches, im Gegensatz zu Radioteleskop, recht unspektakulär aussieht, sich allerdings über Datenleitungen zu rein rechnerisch viel  größeren Antenne zusammenschalten lasst. Die anderen Antennen stehen  dabei in ganz Europa verteilt.

Sie empfangen dabei Signale aus Gegenden des Weltalls, bei denen sich  die Besatzung eines unter deutscher Flagge fahrenden Raumfahrzeuges an der Grenze zur Meuterei befinden würde, da es zu einem drei Mann sind und sie zum anderen bei Reisen in alle Gebiete, die nicht in der Anlage zum Bundesreisekosten aufgeführt sind, dem Tagessatz von Luxemburg unterliegen.

Luxemburg lässt sich von Effelsberg übrigens aus per Bus und Bahn  (einmal umsteigen in Kreuzburg und einmal umsteigen in Koblenz)  erreichen.

Nach dem Mittagessen ging es in eine seit 1940 stillgelegtes Bleibergwerk, welches in seinen Grundzügen schon von den Kelten  betrieben wurde, der Berggeist wurde den Kameraden auch vorgestellt,  die geringe Körpergröße der Junghelfer konnte diesmal, aufgrund der  Profilbeschränkung der Strecken als Vorteil gewertet werden.

Zum Tagesausklang haben wir mit dem OV Schleiden das Schwimmbad der Ordensburg Vogelsang besucht, die in den dreißiger Jahren als Schulinternat erbaut wurde, und die in den folgenden Jahrzehnten als Kaserne der belgischen Streitkräfte diente. Das interessante am Schwimmbad innerhalb der Ordensburg war die Fliesengestaltung, die  noch aus den dreißiger Jahren stammte, allerdings erregte nicht die vorhandene Ornamentik das Aufsehen sondern die Tatsache, dass der  damals verwendete Kleber immer noch hält, vielleicht könnte man das  das als leichte Anspielung auf die Praktiken von heutigen  Handwerksbetrieben unter Regie der BIMA missverstehen.

Der Erfolg der andauernden Besichtigungen war, dass es am Abend nach  dem Grillen keine Diskussionen gab, sondern dass speziell die  Junghelfer ausdauernd bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen haben.

Am Rückreistag gab es, aufgrund der konsequenten Haltung auf der Hinfahrt, auch kein erhöhtes Hintergrundrauschen, wenn wir die unvermeidliche Werbung an den Autobahnen rechts liegen ließen (ein  links liegen lassen ist aufgrund des Rechtsfahrgebotes auf dem  europäischen Kontinent unmöglich).

Die Teilnehmer der Jugendgruppe waren begeistert, und freuen sich auf  die angekündigte Rechenaufgabe beim nächsten Termin, die darin besteht auszurechnen wie viele Portionen Linsensuppe rein rechnerisch in die Empfangsantenne hineingehen.

 

Wir benötigen für diese Aufgabe

-eine Apfelsine

-einen wasserfesten Stift

-einen 10l Eimer

-ca. 5l Trinkwasser

-ein scharfes Messer

-ein Schneidebrett

-ein Litermaß

-etwas Hirnschmalz (wir nicht vom THW gestellt)

-und zwei Stück Kreide.

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