Hochwasserhilfe für Ungarn

Um die ganze Tragweite dieses Einsatzes zu verstehen, muss man die Geschichte des ungarischen Volkes betrachten. Jahrhundertelang wurden die Ungarn durch fremde Herrscher regiert oder durch fremde Besatzer unterdrückt. Demzufolge sind die Ungarn ein Volk, das sehr stolz auf seine Nationalität ist und selten um Hilfe bittet. Sollte dass der Fall sein, ist davon auszugehen, dass sofortige und im Umfang sehr große Hilfe nötig ist.

 

 

Dies geschah am 07.06.10. Ungarn ersuchte bei der EU um Hilfe zur Bekämpfung des Hochwassers im Nord-Osten des Landes. Der Freistaat Sachsen schenkte dem Land eine Million Sandsäcke. Nachdem sich schnell herausstellte, dass keine Spedition innerhalb von Stunden den Transport durchführen kann, beauftragte das Innenministerium den THW Landesverband Sachsen-Thüringen mit dem Transport der Sandsäcke von dem in der Nähe von Grimma gelegenen Lagers, in das ca. 750 km entfernte Zentrallager des ungarischen Katastrophenschutzamtes.

 

1 Million Sandsäcke, entspricht ca. 2000 Ballen zu jeweils 120 Kg, was in etwa 240 Tonnen entspricht. Eine lösbare Aufgabe für das THW. Der THW-Landesverband beauftragte die Geschäftstelle Dresden mit der Durchführung und Herr Witschas organisierte den Transport.

Schnell stellte sich im Zentrallager dann heraus das nicht das Gewicht, sondern das Volumen und die schlechte Stapel- sowie schlechte Sicherungsmöglich der Ladung die eigentliche Herausforderung darstellte.

 

Der Ortsverband Dresden stellte ein Führungsfahrzeug und einen Mehrzweckkraftwagen (MzKW) mit Anhänger für den Transport. Drei erfahrene Kraftfahrer und Führungskräfte wurden beauftragt und fuhren am Abend des 09.06.10, in das in der Nähe von Grimma gelegene Trebsen. Dort wurde ein Konvoi aus 10 Fahrzeugen der Ortsverbänden(OV) Berlin, Bremen, Dresden, Erfurt, Gotha, Riesa, Suhl, und dem Landesverbandes Bayern zusammengestellt. Das Beladen dauerte wesentlich länger als erwartet, so das sich der Transport erst am 10.06.10 gegen 11.00 Uhr in Bewegung setzen konnte.

 

Am nächsten Morgen erreichten wir gegen 5 .00 Uhr das Zentrallager des Ungarischen Katastrophenschutzamtes östlich von Budapest. Sofort begannen die Abladearbeiten, welche bis gegen 17.00 Uhr andauerten. Zu diesem Zeitpunkt war bereit ein zweiter Konvoi aus Trebsen unterwegs in das ungarische Miskolc.

 

Bereits um 17.20 Uhr traten wir den Heimweg an und erreichten Dresden am 12.06.10 um 8.00 Uhr. Der Einsatz endete mit der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft um 10.00 Uhr.

 

Wir möchten uns bei den Arbeitgebern und den Familien der Helfer bedanken, die diesen Hilfseinsatz ermöglichten.

 

Ralf Mancke, OV Dresden

 

Bilder

Berichterstattung durch OB Henschel

Presseecho und Bericht bei Dresden Fernsehen

allgemeine Hochwasserinfo Ungarn