Hochwassereinsatz 2010, chronologischer Ablauf

In diesem Beitrag schildern Helfer des OV Dresden wie sie die einzelnen Tage erlebten. Vielen Dank an diese Helfer die nach dem Einsatz sich noch die Mühe gemacht haben ihre Berichte zu verfassen.

 

 

Bereitstellungsraum

Durch heftige Regenfälle sind die Pegel in Sachsen teilweise sprunghaft gestiegen. Dies führte in weiten Teilen Sachsens zu teilweise heftigen Überschwemmungen. Besonders heftig traf es den Osten des Landes.In Görlitz wurde ein Rekordpegel der Neiße erreicht, der durch einen Dammbruch auf polnischer Seite verschärft wurde. Die Situation zwang die Behörden zu Evakuierungen. Zirka 1500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

 

Auch in Bautzen wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Grund hierfür ist das Überlaufen der Talsperre. Umliegende Dörfer mussten daraufhin in den frühen Morgenstunden evakuiert werden.

Das Technische Hilfswerk ist sachsenweit im Einsatz. Der Ortsverband (OV) Dresden unterstützt den OV in Pirna, wo die Elbe und ihre Nebenflüsse über die Ufer traten. Dazu wurden Einheiten nach zeitweise nach Pirna verlegt.

 

Die Fachgruppe Logistik führt einen Bereitstellungsraum. In diesem werden derzeit Einheiten aus Riesa, Suhl und Apolda, versorgt und untergebracht werden. Die ganze Nach hindurch koordinierten die Dresdner, nachrückende Unterstützung aus dem ganzen Bundesgebiet

 

Aktuell besteht Rufbereitschaft für alle Kräfte des OV Dresden. Die Helfer befinden sich nach 12 Stunden Einsatz, in der "Ruhephase".

Stand Sonntag 08.08.10 10:00 Uhr

 

Aktuelle Lage

 

 

Ab Mittag stagnierten die Pegelstände der sächsischen Flüsse. Dennoch ist keine Entwarnung in Sicht, da noch eine zweite Welle erwartet wird. Unterdessen wurde mit den ersten Aufräumarbeiten begonnen. Dazu sind die Fachgruppe Räumen mit dem Bergeräumgerät und die erste Bergungsgruppe des OV Suhl nach Bautzen ausgerückt, nachdem sie mit Mittagessen versorgt wurden.

 

Fortlaufend werden nachrückende Einheiten in das Schadensgebiet entsendet, nachdem sie im OV Dresden ihre Pausenzeiten eingehalten haben.

 

Inzwischen ist der Pegelstand der Elbe leicht rückläufig, sodass mit einem Einsatz in Dresden an der Elbe nicht mehr zwangsläufig gerechnet werden muss.

Unterdessen wird der Landesbeauftragte des Landesverband Sachsen Thüringen, Manfred Metzger im Ortsverband Dresden erwartet.

 

Stand Sonntag 08.08.10 15:00 Uhr

 

Jan Weisbach, OV Dresden

 

 

EA 3 der TEL Ottendorf:

 

Es ist 22:45 Uhr. Die 1. Bergung 1. TZ bekommt ihren Einsatzbefehl:

"Verlegen Sie in den Ortsverband Pirna zur personellen Unterstützung der

dortigen Helfer. Sonder- und Wegerechte sind freigegeben." Wenige

Augeblicke später verließ der GKW I mit sieben Helfern den OV Dresden.

 

In Pirna angekommen gab es sofort neue Instruktionen: "Verlegen Sie in

den B-Raum Altendorf. Unterstellen sich dort der TEL Ottendorf. Sonder-

und Wegerecht freigegeben." Um 23:45 Uhr erreichten wir den besagten

B-Raum. Nach einer kurzen Lagebesprechung gab es den nächsten Auftrag:

"Verlegen Sie nach Rathmannsdorf und lösen Sie die dortigen Einheiten

beim Ausleuchten des Hubschrauberlandeplatzes ab." Um 0:00 Uhr wurde die

Einsatzstelle erreicht. Es erfolgte die Übergabe des Einsatzabschnittes

durch die B2 aus Pirna und der Feuerwehr aus Kreischa an uns. Im

Folgenden wurde die Beleuchtung der Feuerwehr durch zwei 1000

Watt-Scheinwerfer ersetzt. Die Beleuchtung aus Pirna wurde an uns

übergeben. Um 0:20 Uhr war die Ablöse erfolgt.

 

Gegen 2:00 Uhr endete der Einsatz mit dem Rückbau und dem Verlegen in

den OV

Dresden. Seit 4:00 Uhr befinden sich die Einheiten in der Ruhephase.

 

Im Einsatz waren:

1 GKW

2 1000 Watt-Scheinwerfer (OV DD)

1 1000 Watt-Scheinwerfer (OV PIR)

1 Powermoon (OV PIR)

1 8kVA Stromerzeuger

 

 

Rico Meyer, OV Dresden

 

Fachgruppe Bückenbau

 

Gegen 15:00Uhr wurde der 2.TZ über den OV Pirna nachgefordert, mit dem Auftrag „ beschädigte Brücke in Krippen instandsetzen, oder durch Ersatzbrückensystem „Bailey“ ersetzen, Sonder- und Wegerechte frei“.

 

 

Gegen 15:30 Uhr machte sich das Vorauskommando bestehend aus Zugführer, dem Gruppenführer der Fachgruppe Brückenbau und einem Truppführer auf den Weg nach Krippen um mit den Vermessungsarbeiten zu beginnen und den benötigten Materialbedarf zu ermitteln.

Angekommen in Krippen wurde schnell sichtbar, das die Brücke aufgrund ihrer schweren Beschädigung nur ersetzt werden konnte. Der OV Forchheim, der OV Pirna und die ansässigen Feuerwehren begannen mit dem Abriss der Brücke. Nachdem dies erfolgt war, fingen die Vermessungsarbeiten an. Zwischenzeitlich wurde der Materialbedarf in den OV Dresden gemeldet, wo die verbliebenen Helfer mit dem Verladen begannen.

 

Gegen 20 Uhr wurden wir durch den Bürgermeister von Krippen zum Einstellen der Arbeiten gezwungen, da die Kostenfrage nicht geklärt war. Somit brachen wir unsere Arbeiten ab und kehrten leicht verärgert in den OV zurück. Nach dem Abladen des Brückenbaumaterials und einer kurzen Auswertung war für den 2.TZ gegen 2 Uhr der Einsatz beendet und für die Helfer begann die Ruhe- und Erholungspause.

 

Matthias Voigt

Zugführer 2.TZ

 

Bilderserie

 

Aktuelle Lage:

 

Die Fachgruppen(FG) Führung/Kommunikation und Räumen aus Dresden sind in Bautzen eingesetzt und unterstützen die Aufräumarbeiten. Desweiteren unterstützten Fachberater des THW Dresden die Krisenstäbe der Landesdirektion Sachsen und in Görlitz.

 

Die Helfer des OV Dresden befinden sich weiterhin in Rufbereitschaft und können nach Bedarf kurzfristig eingesetzt werden. Da weiterhin mit Anforderungen zu rechnen ist, bleibt der Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK) auch weiterhin besetzt.

Stand: 09.08.10, 10.00 Uhr

 

Ralf Mancke, OV Dresden

 

Aktuelle Lage:

 

Seit Montag dem 09.08.10 19.00 Uhr befinden sich 21 Helfer der Bergungsgruppen des OV Dresden in Bautzen und beräumen auf dem Gelände der Bombardier Transportation GmbH die angespülten Schlamm und Treibholzmassen. Gleichzeitig werden geflutete Deichabschnitte wieder freigepumpt. Sie werden dabei von Bergeräumgeräten unterstützt. Geleitet wird der Einsatz von unseren Spezialisten der Fachgruppe Führung und Kommunikation. Vom OV Dresden sind in Bautzen derzeit 30 Kräfte eingesetzt. Von Dresden aus wird der Einsatz durch den Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK) unterstützt.

 

Gemeinsam mit Helfern aus Ortsverbänden aus Bautzen, Kamenz und Leipzig, arbeiten die Helfer unermüdlich an der Beseitigung der Schäden. Der Bundesinnenminister informierte sich vor Ort persönlich, über den Stand der Aufräumarbeiten. Es befinden sich rund 100 Helfer des THW vor Ort.

 

Stand Dienstag 10.08.10, 8.00 Uhr

 

Aktuelle Lage:

 

Zur Zeit reparieren Helfer mehrerer Ortsverbände einen Damm auf dem Gelände der Firma Bombardier. Aufgrund der aktuellen Wetterprognose, ist mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen. Es befinden sich Kräfte der Fachgruppen Führung und Kommunikation, Räumen und eine Bergungsgruppe des OV Dresden im Einsatz.

 

Stand: Mittwoch 11.08.10, 14.00 Uhr

 

Einsatz Deichverteidigung

 

 

Am Dienstagabend erreichte folgende SMS die Helfer des Ortsverbandes (OV) Dresden:

Einsatz in Bautzen am 11.08.10 um 7:00 Uhr! Bitte mit Ja oder Nein antworten!

Als sich die Helfer die Helfer aus verschieden Fachgruppen pünktlich im Ortsverband einfanden, wurde auf den Ernst der Lage hingewiesen.

 

Der Auftrag war die Verteidigung des Deiches der Spree in Bautzen, welcher unmittelbar an das Firmengelände von Bombardier grenzt. Dieser ist am vergangen Wochenende unter der Last der Wassermassen gebrochen und verwüstete das Firmengelände, sodass nicht mehr produziert werden kann.

 

Seit Montag sind Mitarbeiter des größten regionalen Unternehmens, sowie zahlreiche Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr im Einsatz, das Gelände zu beräumen. Aufgrund der herrschenden Wetterprognose war mit weiteren schweren Regenfällen zu rechnen. Um das Gelände vor einer weiteren Überflutung zu schützen, musste zunächst die Durchbruchstelle verfüllt werden. Eine defekte 110 kV Hochspannung-Erd-Leitung musste zunächst durch den örtlichen Versorger instand gesetzt werden.

 

Weiter wurde der Deich mittels Deichfolie und Sandsäcken verstärkt. Dies geschah unter der Leitung des Zugführers Stefan Holzhausen, der die zwei Einsatzabschnitte mit ca. 50 Mann leitete.

 

Um die kritischen Stellen des Deiches besonders verstärken zu können, wurden 49 Bigbags (großer Sandsack 1,5…2 t) gefüllt und an die Verbaustelle befördert.

Während des gesamten, zurzeit noch andauernden Einsatzes leitet die Führungsstelle des OV Dresden den gesamten Einsatz vor Ort.

 

Jan Weisbach (LogM)

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