B170 entlastet, aber die Lausitz stöhnt (aus der SZ)

Von Christian Spahr

 

Verkehr. Ab 15. März dürfen schwere Lkw nicht mehr über das Erzgebirge, sondern nur noch über Neugersdorf und das Vogtland nach Prag fahren.

Dresden. Schneller als erwartet wird das Osterzgebirge von Lkw-Staus entlastet. Ab dem 15. März werde für schwere Laster ab zwölf Tonnen die Bundesstraße 170 Richtung Tschechien gesperrt, kündigte das Wirtschaftsministerium in Dresden an. Damit können die Fernfahrer den Grenzübergang Zinnwald nicht mehr passieren. Aus Tschechien kommend können Lkw dagegen weiter die B 170 in Richtung Dresden benutzen. „Die Sperrung gilt ab Dippoldiswalde – und so lange, bis die neue A 17 über die Grenze freigegeben ist“, sagte Ministeriumssprecherin Martina Pirk der SZ. Dies wird Ende 2006 erwartet.

 

Umgeleitet werden die Brummis über die Grenzposten Neugersdorf in der Lausitz und Schönberg im Vogtland. Dort befürchten Politiker ein Verkehrs-Chaos: „Diese Entscheidung ist eine Katastrophe“, sagt Norbert Wolf, der Bürgermeister von Hochkirch, dessen Ort an der Lausitz-Strecke liegt. Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) zeigte sich enttäuscht über die „plötzliche Entscheidung“ aus Dresden.

 

Laut Ministerium haben Juristen in den vergangenen Wochen festgestellt, dass die Umleitung mit dem deutsch-tschechischen Grenzabkommen vereinbar ist. Sachsen begründet die B-170-Sperre mit geplanten Baustellen, die die Sicherheit einschränken. Für den Regionalverkehr gebe es Ausnahmen.

 

Umsetzen muss die Sonderregel das Landratsamt des Weißeritzkreises, das in Kürze einen Entwurf dazu vorlegen will. Verkehrsverbände, das Regierungspräsidium und die Nachbar-Landkreise sollen dazu gehört werden. Widerspruch ist dann auch offiziell aus der Lausitz und dem Vogtland zu erwarten.